Westerhever - da wo der Leuchtturm wohnt...

Westerhever, an der nordwestlichen Spitze der Halbinsel Eiderstedt. Der Leuchtturm ist von geschützten Salzwiesen umgeben.
Geschichte:
Westerhever war früher eine Insel, die im 12. Jahrhundert besiedelt wurde. Die Bewohner errichteten große Dorfwarften wie Sieversbüll, Leikenhusen oder Stufhusen und schützen das Wirtschaftsland der Insel mit einem Ringdeich.
Bei der großen „Mandränke“ (Sturmflut) von 1362 wurde die erste Kirche von 1123 zerstört. Die heutige Backsteinkirche St. Stephanus, bestehend aus dem gegenüber früher stark verkleinerten Schiff aus dem Jahr 1804 und dem 1370 erbauten gotischen Turm, bildet zusammen mit der Gaststätte Kirchspielkrug das alleinige Dorfzentrum.
In der Nähe des Dorfzentrums liegt die Wogemannsburg, eine Warft, auf der zwischen 1362 und 1370 die sogenannten "Wogemänner" lebten. Die Wogemänner lebten von der Piraterie, plünderten aber auch gern die umgebenden Ortschaften. 1370 wurden sie vom Staller Owe Hering und den Bewohnern der Umgebung bezwungen. Die Burg wurde zerstört und deren Steine zur Verstärkung der Kirche und dem Bau des Kirchturmes genutzt.

Der Eiderstedter Haubarg: Ein Haubarg (der Name entstand aus "Heu bergen oder ernten") ist ein mit Reet gedecktes Gebäude, das in der Regel auf einer Warft (Erdhügel) gebaut wurde. Ursprünglich war in diesen Gebäuden alles unter einem Dach - die Wohnung für die Menschen, Vieh, Futter, Ernteerträge und landwirtschaftliches Gerät.
Die meisten Haubarge sind in der Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden, als es noch regen Viehandel mit England gab. In Westerhever stehen noch neun Haubarge, davon wird nur noch einer landwirtschaftlich genutzt.



